Agile Entwicklung

Agile Entwicklung

Der stetige Wandel betrifft alle Unternehmen, auch wenn Einige dies noch nicht wahr haben wollen. Insbesondere die etablierten Unternehmen sind gezwungen ihr Handeln zu überdenken, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren und somit das Überleben zu sichern. In diesem Zusammenhang fällt häufig das Wort Agilität [1]. Doch was bedeutet es, und welche Auswirkungen hat es auf die Entwicklung physischer Produkte in etablierten Unternehmen? Diesen Fragen geht der folgende Blogbeitrag auf den Grund.

 

Agilität – Was bedeutet agile Entwicklung?

Auf unternehmensebene wird Agilität als die Fähigkeit zur kontinuierlichen Anpassung an interne und externe Veränderungen verstanden [1; 2 f.]. Diese Anpassung muss möglichst schnell und damit aktiv und antizipativ erfolgen. Die innere Veränderungsbereitschaft jedes Einzelnen und die notwendige Informationstransparenz ist die Basis für nachhaltige Transformation. Beim agilen Mindset kommt es insbesondere auf den wertschätzenden Umgang im Miteinander und die Reflexion der eigenen Handlungen an [3, f.]. Dadurch wird ein Arbeiten auf Augenhöhe und die Übernahme von Verantwortung erst möglich. So können Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden. Damit stellen Anpassungsfähigkeit, Anpassungsgeschwindigkeit, die offene Geisteshaltung für Veränderung und der respektvolle Umgang zentrale Aspekte der Agilität dar. Ein wesentlicher weiterer Aspekt ist die Kundenzentrierung. Durch kurze Entwicklungszyklen und stufenweise Weiterentwicklung können Kundenwünsche präzise und schnell in die Entwicklung einbezogen werden. Dabei geht es hauptsächlich um das tatsächliche Verstehen des Kunden und seines Problems [4].

Auf der Ebene der Produktentwicklung wird unter Agilität ein Ansatz verstanden, der die Transparenz und Flexibilität innerhalb des Entwicklungsprozesses und damit die Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen erhöht [4, f.]. Ziel ist der schnellere Einsatz von funktionierenden Lösungen, und dadurch auch die Minimierung des Risikos. Der Kern dabei sind einfache und bewegliche (agile) Teilprozesse und die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Kunden. Im Bereich der Softwareentwicklung existieren konkrete Rahmenbedingungen für die agile Entwicklung. Diese können auch für die Entwicklung physischer Leistungen als Orientierung herangezogen werden (in Anlehnung an die zwölf Prinzipien hinter dem agilen Manifest [5; 6; 7]).

Agile Entwicklung

  • Stelle schnell funktionsfähige Leistungen bereit, die den Kunden zufrieden stellen bzw. ihn begeistern.
  • Integriere auch in späten Entwicklungsphasen Anforderungsänderungen, um Wettbewerbsvorteile für den Kunden zu gestalten.
  • Nutze kurze Entwicklungsetappen und stelle dabei stets funktionierende Leistungen bereit. Sie sind das wichtigste Fortschrittsmaß.
  • Achte stets auf technische Exzellenz und gutes Design (außen wie innen).
  • Fokussiere Einfachheit – die Dinge die man nicht tut sind genau so wichtig wie diejenigen die man tut.

Agiles Projektmanagement

  • Nutze interdisziplinäre und selbstorganisierende Teams, welche während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
  • „Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen“ [6].
  • Achte darauf, dass alle Projekt-Beteiligten (Kunde, Entwickler und Nutzer) ein gleichmäßiges Tempo halten können.
  • Tausche Informationen mit dem Team und innerhalb des Teams von Angesicht zu Angesicht aus.
  • Reflektiere mit dem gesamten Team in regelmäßigen Abständen, wie die Effektivität erhöht werden kann und passe dies mit dem Team entsprechend an.

Agilität auf der Ebene der Produktentwicklung bedeutet eine iterativ-inkrementelle Entwicklung mit starker Kundenfokussierung, um tatsächliche Kundenprobleme schnell und einfach zu lösen. Dabei wird aktiv nach neuen Erkenntnissen gesucht, um die Leistung zu verbessern und den Kundennutzen zu erhöhen. Diese Entwicklung erfolgt auf der Grundlage überlappender Fähigkeiten, d.h. interdisziplinärer Teams, anstatt reinem Expertenwissen. Das selbststeuernde Projektteam ist durch das hohe Engagement der Einzelteilnehmer und durch eine hohe Transparenz innerhalb des Projektes gekennzeichnet.

 

Agile Entwicklung mit WOIS

Das WOIS-Inselkonzept beschreibt ein agiles Vorgehen zur Entwicklung von Leistungen (digital als auch physisch). Ziel ist die orientierte Lösung von fokussierten Problemstellungen. Dabei wird ein definierter Prozess verwendet, mit dem systematisch neue Perspektiven eingenommen, Hauptbarrieren identifiziert und zu Konzepten fokussiert werden. Das dialektische Vorgehen führt dabei entgegengesetzte Ziele zur Synthese, wodurch gerichtete Ergebnisse auf einem neuen Leistungsniveau entstehen können. Durch die Integration neuer Informationen und Erkenntnisse, z.B. über den Kundennutzen, wird die Lösung iterativ an neue Bedingungen angepasst und optimiert. Der Fokus liegt dabei stets auf der Identifizierung und Lösung des tatsächlichen Kundenproblems. Für einen reibungslosen Übergang von der Konzept- bzw. Prototypenphase in die Umsetzungsphase, wird neben einem innovativen Konzept auch die entsprechende Umsetzungsroadmap mit Handlungsmaßnahmen durch das interdisziplinäre Team erarbeitet. Dies ermöglicht eine bessere Planbarkeit der nächsten Schritte und zeigt die fachspezifischen Abhängigkeiten übersichtlich auf. Dies ist die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung und damit für Innovation.

Durch die aktive Suche nach Widersprüchen werden Leistungs- und Denkgrenzen sichtbar. Die systematische Provozierung von Widerspruchslösungen führt zu radikalen Nutzeninnovationen, jenseits der geglaubten Grenzen. Dadurch wird neben dem Durchbrechen des eigenen Denkrahmens auch eine „Andersdenker-Kultur“ innerhalb des Teams geschaffen. Erfolgreiche Projekte bedingen eine Ja, und-Kultur und damit einen respektvollen Umgang im Team. Dadurch wird die Bereitschaft des Einzelnen erhöht sein Wissen und seine Erfahrungen mit den anderen zu teilen. Das ist der Schlüssel für Selbstanregung und damit eine exponentielle Leistungssteigerung im Team. Eigenverantwortung und Selbstorganisation des Teams vervollständigen die Rahmenbedingungen eines erfolgreichen Projektes (dies soll der Inselcharakter symbolisieren).

Effektives Arbeiten und geringe Kapazitätsbindung bedingt ein kompaktes Team aus engagierten Gestaltern unterschiedlicher Unternehmensbereiche. Dadurch werden bereits in der frühen Ideenphase Widersprüche sichtbar, die in einem herkömmlichen Produktentwicklungsprozess erst viel später auftreten. Durch die Lösung dieser Widersprüche wird eine „Verwässerung/ Verkompromissung“ einer radikalen Idee vermieden und die Umsetzungsgeschwindigkeit erhöht! Des Weiteren bereichern die unterschiedlichen Sichten auf die Problemstellung den Kreativitätsprozess und die Lösungsfindung. Eine Echtzeit-Dokumentation der Diskussionen schafft ein Höchstmaß an Transparenz und die Basis für ein gemeinsames Verständnis. Agilität lebt von Geschwindigkeit, sodass das Insel-Workshop-Konzept auf eine kurze Projektdauer ausgelegt ist. Dadurch können Ergebnisse binnen kürzester Zeit realisiert werden.

 

Take Away

Durch die Integration bewährter WOIS-Methoden in ein agiles Vorgehen können systematisch Nutzeninnovationen (digital oder physisch) mit mehr Orientierung und in kürzerer Zeit gestaltet werden.

Erfahren Sie mehr über den WOIS-Inselworkshop.

 

Quellen:

Titel-Bild: ©iStock.com/VV-pics

Inhalt:
[1] Campus Verlag (Herausgeber), onpulson – Wissen für Unternehmer und Führungskräfte, Stichwort: Agilität, online im Internet: http://www.onpulson.de/lexikon/agilitaet/ (zuletzt geöffnet: 8.08.2017)

[2] Fischer, S. (2016): Definition: Agilität als höchste Form der Anpassungsfähigkeit. haufe.de. https://www.haufe.de/personal/hr-management/agilitaet/definition-agilitaet-als-hoechste-form-der-anpassungsfaehigkeit_80_378520.html (zuletzt geöffnet: 4.08.2017)

[3] Fischer, S., Weber, S., Zimmermann, A. (2017): Was ist Agilität und welche Vorteile bringt eine agile Organisation? haufe.de.  https://www.haufe.de/personal/hr-management/agilitaet-definition-und-verstaendnis-in-der-praxis_80_405804.html (zuletzt geöffnet: 8.08.2017)

[4] Brandes, U.; Gemmer, P.; Koschek, H. & Schültken, L. (2014): Management Y: Agile, Scrum, Design Thinking & Co.: So gelingt der Wandel zur attrativen und zukunftsfähigen Organisation. Frankfurt: Campus Verlag.

[5] http://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html

[6] http://agilemanifesto.org/iso/de/principles.html

[7] Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Agile Softwareentwicklung, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/381707695/agile-softwareentwicklung-v5.html (zuletzt geöffnet: 8.08.2017)

 

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