Digitale Geschäftsmodelle im Personenverkehr

Digitale Geschäftsmodelle im Personenverkehr

Digitale Geschäftsmodelle im Personenverkehr – dabei werden die meisten an Mobilitätsanbieter wie Uber oder FlixMobility denken. Dieser Artikel befasst sich jedoch mit dem digitalen Geschäftsmodell von redBus, derer eigenen Aussage nach größten Intercity-Bus-Ticketservice der Welt [1].

redBus wurde 2006 in Bangalore, Indien, von Phanindra Sama gegründet [1ff.,2]. Heute ist redBus Teil der ibibo Group, Indiens größter Online-Reisegesellschaft, und deckt mit seinem digitalen Geschäftsmodell durch die Verbindung von über 2000 Busunternehmen 100.000 länderübergreifende Routen ab.

Doch was steckt hinter dem Erfolg von redBus und was können Sie daraus lernen? Lesen Sie im Folgenden von den Erfolgsmustern des digitalen Geschäftsmodelles von redBus.

 

Digitale Geschäftsmodelle – Erfolgsmuster von redBus

Zunächst stellt sich die Frage: Wie wurde redBus zur größten Bus-Fahrkartenplattform? Die Idee gründete auf einem offensichtlichen Problem des indischen Personenverkehrs. In Indien gibt es tausende Busunternehmen, die jeweils unterschiedliche Ticketschalter und Busstationen nutzen. Dadurch war es für Reisende sehr schwierig den richtigen Bus für ihr Fahrziel zu identifizieren und die Reise zu buchen. Es herrschte unkoordiniertes Chaos.

Nachdem Phanindra Sama diese Situation am eigenen Leib erfahren musste, stellte er sich der Herausforderung dieses Problem zu lösen [2]. Er entwickelt mit seinem Team die Busfahrkarten-Plattform redBus [1ff.]. Der Kern seines digitalen Geschäftsmodells ist die Koordination der einzelnen Fahrpläne mit Hilfe einer Onlineplattform und einem integrierten Buchungssystem. Heute können Kunden ganz unkompliziert und stressfrei Bustickets buchen. Des Weiteren bietet redBus ihren Nutzern eine Navigation zu den entsprechenden Bushaltestellen, inkl. einer Echtzeit-Verfolgung der Busse.

Die Entwicklung der Plattform war relativ einfach. Das Hauptproblem war die Kontaktierung und Zusammenführung der Fahrpläne der einzelnen Busunternehmen. Weiterhin mussten Phanindra Sama und sein Team die herrschenden Branchenregeln neu schreiben. Ein wesentlicher Kundennutzen des neuen digitalen Geschäftsmodelles liegt in der einfachen Buchung. Dies beinhaltet auch, dass der Reisende seine Busfahrkarte zu Hause ausdruckt und diese lediglich dem Busfahrer bei Reisebeginn vorzeigt. Zuvor mussten die Kunden aufwendig das richtige Reiseunternehmen für ihr Reiseziel finden und anschließend auch noch den dazu passenden Kassenschalter identifizieren. Die Umgestaltung dieses Prozesses erforderte zunächst die Akzeptanz der Busunternehmen.  Zudem musste auch das Vertrauen der Kunden für diese neuartige Lösung gewonnen werden. Durch Mundpropaganda und Social-Media-Werbung war die einfache neue Geschäftsidee schnell erfolgreich.

 

Take Away

Das Geschäftsmodell von redBus beruht auf dem Geschäftsmodellarchetyp Verbinden/Vermitteln. redBus verbindet auf eine sehr einfache Weise Reisende und Busunternehmen. Dadurch werden die Transaktionskosten (Suchaufwand, Buchungsaufwand) der Kunden aber auch der Busunternehmen (Verkäufer) erheblich gesenkt. Die Wertschöpfung von redBus generiert sich in dieser Konstellation durch die Buchungsprovision. Mittlerweile hat redBus sein Geschäftsmodell um den Baustein Vergleichen erweitert. Dabei kann der Kunde die einzelnen Busunternehmen bzw. Busse auf Basis von Kundenbewertungen auswählen. Das erhöht die Qualitätstransparenz für den Kunden. Dies kann längerfristig das Qualitätsniveau im Personenverkehr erhöhen.

Der Erfolg dieses digitalen Geschäftsmodells beruht auf einer steigenden Anzahl von Nutzern, sowohl von Busunternehmen als auch Reisenden. Dadurch entsteht der sogenannte Netzwerkeffekt. Er ist ein Basiselement für die enorme Wachstumsgeschwindigkeit und Reichweite von digitalen Geschäftsmodellen.

Bei der Gestaltung von digitalen oder analogen Geschäftsmodellen sollte der Kundennutzen an oberster Stelle stehen. Die Digitalisierung eröffnet neue Freiheitsgrade in der Verbindung von physischen Elementen. Sie führt zu Lösungen, die in der physischen Welt bisher undenkbar sind. Digitale Geschäftsmodelle basieren selten nur auf einem Geschäftsmodelltypen. Durch die Kombination verschiedener Geschäftsmodelltypen kann der Kundennutzen gesteigert werden. Wie es die Attraktivität der eigenen Plattform gestaltet hat, zeigt der Erfolg von redBus.

Wenn Sie mehr zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle oder ihren Mustern wissen möchten, kontaktieren Sie uns.

 

Quellen Bild:
Eigene Darstellung

Quellen Inhalt:
[1] redBus (2018): About us. https://www.redbus.in/info/aboutus (zuletzt geöffnet: 30.04.2018)
[2] Fisk, P. (2015): Gamechangers – Wenn du das Spiel gewinnen willst, ändere die Regeln. Kulmbach: Börsenmedien AG.

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