Innovationskultur – Nur eine Teilmenge der Unternehmenskultur?

Innovationskultur – Nur eine Teilmenge der Unternehmenskultur?

Eine offensive Innovationskultur bildet das Zentrum der Erfolgs-DNA einer zukunftsfähigen Unternehmung!

Die Innovationskraft einer Unternehmung mit erfolgreichen Geschäftsmodellen hängt von vielen Faktoren ab, besonders von der richtigen Innovationskultur. Sie kann Menschen beflügeln, um scheinbare Leistungsgrenzen zu überwinden! Eine wirkungsvolle Innovationskultur setzt sich nach dem WOIS-Verständnis aus der gelebten Unternehmensphilosophie, einer offenen Geisteshaltung, Motivation sowie der Lust auf Veränderung und Wandel zusammen.

Da Innovation stark von der Veränderungsbereitschaft und der Wandlungsfähigkeit von Menschen abhängig ist, bezeichnet WOIS Wandlungskultur als die höhere Form der Innovationskultur!

Selbstverständlich müssen Mitarbeiter über die entsprechenden Basisfähigkeiten und das erforderliche Wissen verfügen. Sie müssen im Unternehmen auch die nötigen Basisbedingungen wie Arbeitsmittel, Infrastruktur, Arbeitsräume, Freiräume, Austausch, Abwechslung, technische Einrichtungen, Wissenstransfer und Informationen, Belohnungssysteme, Anerkennung und Wertschätzung vorfinden, um gemeinsam und unabhängig von Hierarchieebenen diese Kultur leben zu können.

All diese Einstellungen und Maßnahmen erzielen jedoch nur geringe Wirkung, wenn kein gemeinsames Ziel verfolgt wird! Die Handlungen einer Unternehmung müssen einer gemeinsamen Strategie folgen. Diese muss kommuniziert und aktiv verfolgt werden und sich im bestehenden und zukünftigen Geschäftsmodell wiederspiegeln.

Gemeinsame Regeln, Werte und Einstellungen erweitern die Innovationskultur einer Unternehmung zu einer tragfähigen Unternehmenskultur. Der Schlüssel für Unternehmenserfolg ist das Zusammenwirken von Menschen mit differenzierten Kompetenzen und Verantwortungen unter einer gemeinsamen Co-Vision – der Strategie.

 

„Strategie ist das bewusste und geplante Handeln, um den zukünftigen Erfolg zu gestalten.“
– WOIS Definition.

 

Im Gesamtsystem der WOIS Innomorphose Strategie stellt die Innovations-Kultur neben der Innovations-Strategie und der Innovations-Philosophie ein wesentliches Element dar.


Abbildung 1: Die WOIS Innomorphose Strategie

 

WOIS Innovationskultur – widerspruchsorientiert und
„Ja, und…!“– Sager geprägt

 

Die WOIS Innovationskultur leitet sich aus einer 25-jährigen Erfahrung mit über 150 Kundenprojekten ab – dialektisches Denken bildet dabei die Basis! Die Teams des WOIS Institutes arbeiten in Beratungsprojekten, unterschiedlichster Bereiche der Wirtschaft, immer mit einem Projektteam des Partnerunternehmens zusammen. Diese Teams setzen sich aus Verantwortlichen der projektrelevanten Unternehmensfraktionen, wie z.B. Businessdevelopment, Vertrieb, Marketing, F&E, Produktion, Einkauf und Controlling zusammen. Naturgemäß treffen dabei auch sehr oft unterschiedliche Charaktere in diesen Projektteams aufeinander. Um die Fähigkeiten dieser individuellen Charaktere und das Potenzial der gesamten Gruppe maximal zu heben, bedarf es der richtigen Innovationskultur.

Bei der Moderation interdisziplinärer Teams besteht die Kunst darin, Meinungen mit unterschiedlichster Richtung und Gewichtung in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. Dadurch sollen sie zielorientiert, nicht ergebnisoffen, auf ein neues Abstraktionsniveau ausgerichtet, neue Perspektiven und Einsichten erlangen.

Ebenso ist es erforderlich, eine zufriedene Gruppe mit gleichgerichteten Meinungen, ohne jegliche Reibungspunkte, so anzuregen, dass diese aus dem temporären Gleichgewicht gerät und auf einem neuen Niveau über die scheinbar gleichen Meinungen widerspruchsorientiert diskutiert!


Abbildung 2: Konträr und dennoch gemeinsam [Quelle: Unsplash – photo-1493689485253-f07fcbfc731b]

 

Die Unternehmenskultur bildet dabei die Basis. Sie zeigt das gemeinsame Zukunftsbild, stellt Ressourcen und Rahmenbedingungen sowie eine gemeinsame Philosophie bereit.

Teambuilding – Es kommt auf den richtigen Mix an!

In jedem Team stellt sich dann im Verlauf des Projektes eine eigene „Mikro-Innovationskultur“ ein, denn jedes Projekt hat seine speziellen Rahmenbedingungen und Herausforderungen. Ebenso führt der jeweilige Charakteremix immer wieder zu einer neuen Konstellation. Auch der Humor und die Streitkultur stellen dabei wichtige Einflussfaktoren dar.

Ein Projekt bereitet allen Teilnehmern nur wenig Freude, wenn der Spaßfaktor bei der Arbeit fehlt – in einer Gruppe muss auch gelacht werden!

Andererseits verpflichtet auch die Inhomogenität einer Gruppe dazu, die jeweiligen Sichten der Unternehmensfraktionen einzubringen und zu vertreten. Dies sollte jedoch widerspruchsorientiert und mit einer wertschätzenden Streitkultur zielorientiert erfolgen.

Es bedarf einer gewissen Zeit bis sich dieses spezielle Klima im Team eigestellt hat. Erfahrungsgemäß sollten sich jedoch die Teammitglieder nach zwei bis drei Workshoptagen gefunden und verstanden haben.

Für die WOIS Moderatoren besteht die Herausforderung darin, die unternehmenseigene Innovationskultur durch die WOIS Innovationskultur zu erweitern. Ein positives Klima ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gemeinsames Projekt!

 

Die drei Kernelemente der WOIS Innovationskultur:
1. Entwicklungsbedingungen im Innovationsprozess 

 

Entwicklungsbedingungen stellen eine Teilmenge der Gesetzmäßigkeiten der Höherentwicklung dar. Sie beschreiben Basisvoraussetzungen und Rahmenbedingungen für die erfolgreiche gemeinsame Zusammenarbeit.


Abbildung 3: Entwicklungsbedingungen

 

Die Entwicklungsbedingungen beschreiben neben den nötigen Basisvoraussetzungen drei abstrakte Bedingungen, welche hilfreich für eine offensive Innovationskultur in einem progressiven Innovationsprozess sind.

Gleichgewichtsferne – Wählen Sie ein interdisziplinäres Team!

Gleichgewichtsferne ist in einem Unternehmen und in einem Team von großer Bedeutung, da dies den Zustand des Selbstzweifels und der positiven Unzufriedenheit beschreibt. Herrscht zu große Zufriedenheit und wird nicht der Status quo des aktuellen Geschäftsmodelles stetig hinterfragt, besteht die Gefahr der Stagnation in der Weiterentwicklung des Unternehmens. Die Neugier für Neues, die Wahrnehmung, Interpretation und Transformation der globalen Veränderungen auf das eigene Unternehmen sowie die Orientierung an Trends sollte in der Geisteshaltung von proaktiven Menschen in agilen Unternehmen fest verankert sein!

Innovationsteams sollten deshalb interdisziplinär zusammengesetzt sein – es sollten die für das Projekt relevanten Fraktionen vertreten sein. Dadurch werden die differenzierten Sichten zusammengeführt und es können widerspruchsorientierte Diskussionen entstehen. Wird diese Konstellation noch durch den Mix unterschiedlicher Charaktere, Kompetenzen, Erfahrungsgrad und Alter ergänzt, so kann ein äußerst reaktives Team entstehen.

Wichtig ist dabei wieder in einer solchen Teamkonstellation die entsprechende Innovationskultur zu pflegen!

Nichtlinerarität der Wechselwirkung – Gemeinsam noch stärker sein!

Nichtlinerarität der Wechselwirkung beschreibt die Chance, aus verschiedenen Typen  das richtige Team zusammen zu setzen. Denn erst dann kann das Potenzial der einzelnen Individuen nicht nur addiert sondern zu einer exponentiellen Wirkung geführt werden!

Der Schmetterlingseffekt (englisch butterfly effect) ist ein Phänomen der Nichtlinearen Dynamik.

Er tritt in nichtlinearen dynamischen, deterministischen Systemen auf und äußert sich dadurch, dass nicht vorhersehbar ist, in welchem Maß sich beliebig kleine Änderungen der Anfangsbedingungen des Systems langfristig auf die Entwicklung des Systems auswirken. Es gibt hierzu eine bildhafte Veranschaulichung dieses Effekts am Beispiel des Wetters, welche namensgebend für den Schmetterlingseffekt ist: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?[1]“

Vom Schneeballeffekt, bei dem kleine Effekte sich über eine Kettenreaktion bis zur Katastrophe selbst verstärken, unterscheidet er sich durch die Unvorhersehbarkeit, in welchem Maß sich eine Änderung auswirkt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt

[1]Edward N. Lorenz, Predictability: Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?, Titel des Vortrags im Jahr 1972 während der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science; laut Science 320, 2008, S. 431

 

Entropieexport durch Informationsimport – Systematik, Orientierung und Informationen führen zu neuen Sichten!

Entropieexport durch Informationsimport beschreibt den Effekt, dass die Unordnung in einem System stetig zunimmt. Dem kann nur durch die Aufnahme von Informationen entgegengewirkt werden! Werden Informationen zur Steigerung der Ordnung in das System bzw. das Team oder auch die Organisation eingebracht, so sollte sich der Grad der Unordnung reduzieren. Ein Entgegenwirken dieser Entropiezunahme kann ein System auf eine höhere Evolutionsstufe bringen.

Für ein Projektteam bedeutet dies, dass es zwingend notwendig ist, durch Strategie und Systematik, Orientierung und die Aufnahme von erweiterten Informationen eine diffuse Ausgangssituation des heutigen Geschäftsmodelles mit neuartigen Fragestellungen auf ein höheres Abstraktionsniveau mit neuen Perspektiven für die Zukunft zu heben.

 

Die drei Kernelemente der WOIS Innovationskultur:
2. Geisteshaltung im Innovationsprozess

Geisteshaltung beschreibt die innere Fähigkeit anders zu denken, um bestehende Denkbarrieren zu überwinden!


Abbildung 4: Geisteshaltung

Innerhalb der WOIS Innovationskultur bildet die Dialektik das zentrale Element der widerspruchsorientierten Geisteshaltung.

Betrachtet man den Begriff der Dialektik aus der Ableitung des griechischen Wortes dialektiké, so bedeutet dies die „Kunst der Unterredung“ oder aus dem Lateinischen die „Kunst der Gesprächsführung“. Für eine Innovationskultur ist die richtige Gesprächsführung von großer Bedeutung, da sich die Gesprächspartner immer situativ auf die jeweilige Konstellation einstellen sollten. Die spezielle Herausforderung, die involvierten Charaktere und die tagesabhängige Stimmung sind dabei zu berücksichtigen. Die Regeln einer positiven Streitkultur und motivierenden Gesprächsführung sollten dabei immer gelten: Die Achtung der weiteren Teammitglieder, die Suche nach dem guten Keim in der Idee des Gesprächspartners und möglichst keine absoluten Positionen zu beziehen wie: Richtig oder falsch! Besser wäre: günstig oder weniger günstig; Entweder … oder, besser wäre Sowohl als auch – dies entspricht der dialektischen Denkweise und fordert dazu auf, Ziele zu 100 % zu verfolgen!


Abbildung 5: Dialektik – Sowohl als auch

Widerspruchstheorie

Seit dem 18. Jahrhundert wird unter Dialektik auch die Lehre der Gegensätze verstanden. Die wissenschaftliche Basis ist die Widerspruchstheorie, die auf der Anregungskraft von Gegensätzen beruht. Der mechanistische Denkrahmen des Abendlandes fordert dazu auf, uns zwischen konträren Zielen zu entscheiden. Die Entscheidung für „Beides“ oder „sowohl als auch“ vermeidet diese Geisteshaltung. Das eindimensionale Verfolgen von Zielen kann nicht zu innovativen Lösungen führen – innovative Zukunftsperspektiven beinhalten immer ein „Einerseits und Andererseits“. Überraschende Lösungen erfüllen paradoxe Aufgabenstellungen!
Ein Abweichen von den gesetzten Forderungen, führt meist nur zu einem „faulen“-Kompromiss. WOIS sucht bewusst nach den sich widersprechenden Zielen, um daraus Entwicklungswidersprüche zu formen. Die Formulierung der richtigen paradoxen Aufgabenstellung erfordert mehr Kreativität als die Lösung dieser Aufgabe!

Die WOIS Innovationskultur regt dazu an, bei der Erfüllung paradoxer Aufgabenstellungen nicht nach Kompromisslösungen zu suchen, sondern scheinbar nicht vereinbare Ziele dennoch im vollen Umfang zu erfüllen.

„Wenn Sie die Wahl haben nehmen Sie Beides!“

Diese widerspruchsorientierte Geisteshaltung führt zu offensiven Diskussionen in Teams und schafft den Freiraum, scheinbar unüberwindbare Barrieren durchbrechen zu können.

 

Die drei Kernelemente der WOIS Innovationskultur:
3. Psychologie im Innovationsprozess

Psychologie ist die gezielte Nutzung einer offensiven Geisteshaltung, um die kreative Wechselwirkung zwischen Menschen zu beflügeln und dadurch die Team- und Unternehmensleistungsfähigkeit nichtlinear zu steigern!


Abbildung 6: Psychologie – „Draufsetzer“ Einstellung

Psychologie in einem Team beginnt mit der Achtung der Anderen! Jeder hat das Recht, seine Erfahrung, sein Wissen und seine Meinung einzubringen. Die WOIS „Ja, und…!“-Kultur beginnt dann, wenn die eingebrachten Meinungen stets als positive Beiträge gesehen werden und immer der gute Keim einer Idee gesucht wird. Dieser kann aufgegriffen und veredelt werden. Wir neigen oft dazu, in getroffenen Aussagen zunächst all das zu suchen, was aus unserer Erfahrung oder persönlichen Sichtweise dagegen spricht. Sätze werden an dieser Stelle sehr häufig mit einem „Ja, aber…!“ begonnen und haben dadurch die psychologisch äußerst negative Wirkung, den Gesprächspartner zu demotivieren und in Selbstzweifel zu lenken. Im Folgenden werden wir dann nur noch sehr begrenzt Äußerungen treffen, die nicht zu Ende gedacht sind.

“Draufsetzer-Kultur”

Somit besteht die Gefahr, dass gute initiale Gedanken nicht mehr frei im Team geäußert werden. Die WOIS Innovationskultur fordert dazu auf, Gedanken frei zu teilen: in Wort, Schrift und Bild, z.B. an einem Flip-Chart. Dies schafft die Möglichkeit für die weiteren Teammitglieder oder Gesprächspartner, an dieser Idee bzw. an dem guten Keim des Gedanken die eigenen „Draufsetzer“-Ideen anzulagern. Diese Art des Miteinander und des Teilens schafft ein beflügelndes Klima in einem Team und in einer Unternehmung! WOIS Andersdenker nutzen offensive Thesen, um anders mit Herausforderungen umzugehen.

Ein stringenter Innovationsprozess schafft die Struktur, den Ablaufplan und die Regeln für eine zielorientierte Projektdurchführung. Die richtige Innovationskultur schafft eine öffnende Geisteshaltung, die das Potenzial der Mitarbeiter einer Unternehmung beflügelt und zu einer nichtlinearen Erfolgssteigerung führt. Zukunftsfähige Unternehmen haben es verstanden, diese wichtigen Elemente zu installieren und leben!

Gestützt durch Basisbedingungen und Innovationskultur

Abbildung 7: Innovationskultur als Säule der Unternehmenskultur

 

Die Innovationskultur ist somit nicht nur ein Teil der Unternehmenskultur, sondern neben den Basisbedingungen eine elementare Säule, welche die Unternehmenskultur trägt!

WOIS – Innovationen gezielt provozieren!

Lesen Sie mehr dazu in unserem Buch „Die Unlogik der Innovation“.

Matthias Schäfer, MBA, Dipl.-Ing. (FH)

Bildquellen:
Titelbild: shutterstock_248863414, PHOTOCREO Michal Bednarek
Abbildung 2: Konträr und dennoch gemeinsam [Quelle: Unsplash – photo-1493689485253-f07fcbfc731b]

 

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