Der Widerspruch als Chance!

Der Widerspruch als Chance!

Wie Sie Widersprüche bewusst für Ihren Geschäftserfolg nutzen können!

Durchbrüche für Leadership erfordern die überraschende Erfüllung widersprüchlicher Ziele. Auf dem Weg der Höherentwicklung liegen Barrieren! Ziel von WOIS ist es, zukünftige Barrieren frühzeitig in Form von Widersprüchen bewusst zu provozieren. Sich widersprechende Zielsetzungen und paradoxe Aufgaben bergen oft das größte Potenzial für überraschende Lösungen und neue Geschäftsmodelle! Innovatoren formulieren ihre eigene Aufgabenstellung oft nach der Logik der Unlogik – denn Unlogik ist die Logik der Innovation! Die Lehre der Dialektik beschreibt diesen Umgang mit Gegensätzen, welche scheinbar nicht vereinbare Zusammenhänge oder Ziele in Verbindung bringt – der Widerspruch. Forderungen entgegengesetzt des bisher bekannten fachmännischen Handelns bzw. entgegengesetzt der geltenden Branchenlogik zu formulieren, spiegelt die Unvernunft und Unzufriedenheit von offensiven Zukunftsgestaltern wieder. Diese Geisteshaltung ist die Triebfeder für Veränderung und Höherentwicklung!
Wissenschaftliche Basis ist die Widerspruchstheorie, die auf der Anregungskraft von Gegensätzen beruht. Widersprüche können gezielt als Chance für innovative Abkürzungen genutzt werden!

 

Disruptive Geschäftsmodelle basieren oft auf der Lösung widersprüchlicher Herausforderungen!

Mit dem Schlagwort „Disruption“ wird das Phänomen beschrieben, dass branchenfremde Wettbewerber etablierte Unternehmen in Bedrängnis bringen, da sie Dinge anders sehen und so in überraschender Form dem Markt anbieten können.

 

Was ist ein Widerspruch?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit machen. Hier fanden laut H. Pietschmann folgenschwere Weichenstellungen in unserer Geistesgeschichte statt. Die erste galt den Grundformen des Denkens: Platonische Dialektik versus Aristotelische Logik. Aristoteles legte wiederum den Grundstein für die zweite, die Geburt der Naturwissenschaft im 17. Jahrhundert; sie galt der Frage nach der Methode für Erkenntnis. Wir können sie beschreiben durch den Gegensatz: Wahrheit versus gesichertes Wissen. Das Bestreben  der Wissenschaft war und ist es bis heute,  Zusammenhänge messbar zu machen, um auf dieser Basis kausale Begründungen zu ermitteln, die wiederum durch Reproduzierbarkeit zu einem logischen Ergebnis führen.

Der Widerspruch in der Historie

Im Gegensatz zu anderen Kulturen strebt das Abendland nicht nach der Vielfalt der Denkformen. Die am besten Geeignete setzt sich als die Universelle durch. Folglich begründet die Etablierung des mechanistischen Denkrahmens auch den Erfolg der Naturwissenschaft und die damit verbundenen technologischen Errungenschaften bis in unsere heutige Zeit. Damit ist die platonische Dialektik aus dem öffentlichen Denken und der öffentlichen Organisation des menschlichen Zusammenlebens fast vollständig verschwunden.

Platon hat das Problem der Veränderung sinngemäß zusammengefasst: „Was ist, wird nicht – was wird, ist nicht!“ Da aber offensichtlich etwas ist und obendrein dem beständigen Wandel – also dem Werden – unterworfen ist, stehen wir vor einer „Aporie“, einem unauflöslichen Widerspruch. Platon hat diesen Widerspruch in seiner Ideenlehre durch dialektisches Denken zur Synthese gebracht. Allerdings haben wir die Fähigkeit, mit Aporien umzugehen, durch den großartigen Erfolg der Aristotelischen Logik weitgehend verloren.

Ein Widerspruch ist folglich eine Situation der „Ausweglosigkeit“, der wir in unserem mechanistischen Denkrahmen nur durch Kompromisse begegnen können .

 

Welche Herausforderungen ergeben sich nun daraus für Unternehmen?

 

Unternehmen müssen sich in einem Umfeld, das dem ständigen Wandel unterliegt, zukunftsfähig ausrichten. Dabei treten zwangsläufig Zielkonflikte wie Traditionserhaltung versus Erneuerung auf, denen sie sich beispielsweise im Rahmen von Change Management Projekten stellen müssen.

Zielkonflikte sind allgegenwärtige Barrieren, denen im Sinne der Logik mit der Suche nach dem besten Kompromiss begegnet wird. Nicht nur in der Politik wird häufig bei Verhandlungen von vorn herein das Ziel formuliert, Kompromisse zu erreichen. Per Definition jedoch wird mit einem Kompromiss eine Einigung zwischen zwei Parteien erreicht, bei der beide unter gegenseitigem Einvernehmen Teile ihrer ursprünglichen Forderungen abgeben.

Ein Kompromiss ist nicht widerspruchsorientiert!

Widersprüche werden nach Platon jedoch nicht durch Kompromisse zur Synthese geführt. Die zukünftigen unternehmerischen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie Ökonomie versus Ökologie erfordern geistige Beweglichkeit weg von etablierten „entweder – oder“ Denkrahmen . Dialektik ermöglicht es „Sowohl als auch“ Lösungen  zu entwickeln, die sich nicht an heutigen Maßstäben orientieren. Die Zukunft stellen wir uns dabei häufig aus unserem heutigen Blickwinkel vor, wodurch bestimmte Träume nicht realisierbar erscheinen. Stattdessen ist es vielversprechender sich zunächst ein Bild von einer „radikalen Zukunft“ zu erschaffen. Wenn wir dann Entwicklungsrichtungen „von der Zukunft aus zurück“ rückwärts denken, führt das zu neuen Einschätzungen, die von der Einschränkung des heutigen Expertenwissens befreien und weg von Kompromissen führt.

 

Lernen Sie, wie nach der WOIS Logik Widersprüche formuliert und paradoxe Aufgabenstellungen formuliert werden!

Am Beispiel der „Gespeicherten Musik“ lässt sich der Prozess der Widerspruchsentwicklung anschaulich verdeutlichen:

Der Wunsch des Menschen Sprache oder Gesang speichern zu können hat Ende des 19ten Jahrhunderts zu der Erfindung der Schallplatte geführt. Die gespeicherten Töne konnten von nun an zu jeder beliebigen Zeit wiedergegeben werden. Die Begeisterung für gespeicherte Musik auf Schallplatten hat eine enorme Begeisterung erfahren und mancher Musikliebhaber nannte eine sehr umfangreiche Plattensammlung sein Eigen. Mit der exponentiell zunehmenden Menge an verfügbarer Musik konnte manche Sammlung kaum noch gehandhabt werden! Die Ziele „Viele Musikstücke zur Verfügung haben“ und „Den Lagerraum gering halten“ standen sich konträr gegenüber und konnten scheinbar nicht gemeinsam erfüllt werden! War der Lagerraum der Plattensammlung ausgereizt, so musste bei einer Neuanschaffung erst eine alte Platte weichen… Diese Abhängigkeit stellte scheinbar die Logik dieser Generation dar!

Unzufriedene Musikliebhaber wollten sich jedoch dieser Logik nicht fügen und suchten nach widerspruchsorientierten Lösungen für diese Herausforderung.

 

Paradoxe Aufgabenstellungen – unvernünftige Fragen schaffen neue Perspektiven:

Wie kann unendlich viel Musik ohne eigenen Speicher gehört werden?

Durch widerspruchsorientiertes Denken können paradoxe Aufgabenstellungen formuliert werden. Diese liefern die Chance überraschende und erfolgreiche Lösungen jenseits derzeitiger Denkbarrieren zu entwickeln. Dadurch können zukunftsfähige Alleinstellungsmerkmale schneller und orientierter erarbeitet werden!

 

Zieldefinition – Einerseits:

Die Widerspruchsformulierung beginnt mit dem Herausarbeiten der stärksten Ziele für ein Herausforderungsfeld.

Der alleinige Wunsch nach unendlichem Musikgenuss ist dabei jedoch nur eine eindimensionale Zielsetzung, die noch keine besondere Herausforderung darstellt!

 

Zielkonflikt – Andererseits:

Viel Musikgenuss bedeutete früher jedoch auch „bergeweise“ Schallplatten in der eigenen Sammlung handeln zu müssen. Geringer Lagerraumbedarf war daher damals ein wichtiges Gegenziel.

Das Herausarbeiten des Gegenzieles, das dem ursprünglich formulierten Ziel polar gegenüber steht, führt zu einem scheinbar nicht auflösbaren Zielkonflikt!

Traditionell suchen wird an dieser Stelle nach dem besten Kompromiss und
wägen ab, welches Ziel wichtiger ist!

Leader entscheiden sich jedoch nicht – sie wollen beides!

Unendlicher Musikgenuss ohne Lagerraumbedarf!

 

WOIS Widerspruch – Widerspruchsdreieck:

Zur Auflösung von Polaritäten reicht die Kenntnis des Zielkonfliktes nicht aus.

Es fehlt die Orientierung, warum wir glauben, dass der Zielkonflikt nicht aufgelöst werden kann. Daher ist es hilfreich eine dritte Größe einzuführen. Diese Führungsgröße setzt beide Ziele logisch miteinander in Beziehung und bildet dadurch das WOIS Widerspruchsdreieck.

Führungsgrößen sind von ihrem Charakter her messbare Parameter. Sie sind durch Entscheidungen direkt beeinflussbar und können steigen oder fallen.

Die „Anzahl der Schallplatten“ ist das logisch verbindende Glied der beiden polaren Ziele.

 

Logische Entwicklungsrichtung – Einerseits:

Eine richtungsweisende Führungsgröße ist dann gefunden, wenn diese mit beiden Zielen in einer logischen und zwar umgekehrten Abhängigkeit steht:

Es ist einerseits logisch:

Wenn der Musikgenuss unendlich gesteigert werden soll, so benötigt man unendlich viele Schallplatten. Dadurch würde jedoch der resultierende Lagerraum auch unendlich groß werden!
Die Pfeile an Ziel und Führungsgröße zeigen die jeweilige Entwicklungsrichtung an.

 

Logische Entwicklungsrichtung – Andererseits:

Es ist andererseits auch logisch: Wenn der Lagerbedarf für die Schallplattensammlung minimal sein soll, so sollte man möglichst nicht eine Schallplatte in der Sammlung haben. Diese hätte jedoch zur Folge gehabt, dass keine Musik gehört werden könnte!

 

Keine Kompromisse eingehen:

Nach traditioneller Denkweise könnte nun nach dem besten Kompromiss gesucht werden: Man könnte gerade so viele Platten in der Sammlung aufnehmen, wie Lagerraum zur Verfügung steht, man kann neuen Lagerraum schaffen, man kann die Lagerung der Schallplatten anders organisieren, usw.

Alle Lösungen bleiben jedoch „faule Kompromisse“ !

Die Logik der Abhängigkeit wird nicht durchbrochen.  So lange die Lösungssuche auf der Ebene der Ziele vorangetrieben wird, bleibt es schwierig die bisher übliche Sicht zu verlassen.

Leader entscheiden sich nicht – sie möchten kompromisslos beide Ziele gleichzeitig erfüllt haben!

 

Take both:

Wenn kompromisslos die Erfüllung beider Ziele gefordert wird, so ist ein Wechsel der Perspektiven notwendig.

Neue Freiheitsgrade können gefunden werden, wenn eine neue Sicht zur bisher logisch verknüpfenden Führungsgröße gefunden wird:

Welche Entwicklungsrichtung der Führungsgröße ist fortschrittlicher?

Ist es fortschrittlicher die Anzahl der Platten in der Sammlung stetig zu erhöhen?

oder

Ist es fortschrittlicher die Anzahl der Platten gegen null gehen zu lassen?

 

Ideale Entwicklungsrichtungen:

Durch die Orientierung an „radikal-idealen Entwicklungsrichtungen“ kann eine Entscheidung für die Definition der idealen Entwicklungsrichtung für Führungsgrößen gefunden werden.

WOIS unterscheidet zwei ideale Richtungen:

Die effektivste Entwicklungsrichtung Ausnutzung vorhandener Selbstbewegung:
„Schaffung von Strukturen zur Organisierung von Von-Selbst-Funktionen

und

Die effizienteste Entwicklungsrichtung „Ohne, dass…“: Dabei sollen die Nutzung der Ressourcen Stoff, Energie, Raum und Zeit gegen Null gehen und trotzdem die gewünschte Funktion erfüllt werden. Dies ist nur durch Informationsimport und -ausnutzung möglich!

 

Paradoxe Aufgabenstellungen:

Durch die Definition der „fortschrittlichen Entwicklungsrichtung“ können neue Fragen formuliert werden:

– Fragen, die systematisch die Messlatte hoch legen.

– Eine Frage, die die aktuelle Leistungsgrenze gezielt aushebelt!

Offensive Fragen, die gezielt eine neue Logik provozieren.  

Für das Beispiel ist die Reduzierung der Anzahl der Platten gegen Null die fortschrittliche Richtung!

Eine paradoxe Herausforderung entsteht dann, wenn ein Ziel mit der unlogischen Entwicklungsrichtung der Führungsgröße verbunden wird.

Ein Entwicklungswiderspruch entsteht auf Basis einer paradoxen Forderung:

Unendlich viel Musikgenuss, obwohl sich in unserer Plattensammlung nicht eine Platte befindet!

 

Unlogisches fordern:

Nach der damaligen Logik konnte dieser Widerspruch nicht aufgelöst werden!
Er formuliert jedoch eine neue Fragestellung, auf deren Basis nach neuen und überraschenden Lösungsrichtungen gesucht werden kann.

Unlogik ist die Logik für Innovation!

Ja, und … Mit modernen Medien streamen wir die gesamte Welt der Musik – ohne auch nur einen einzigen Titel auf einem eigenen Speicher haben zu müssen. 

Dieses Beispiel zeigt, wie auf Basis von unvernünftigen Fragen, welche die bisher geltende Branchenlogik missachten, eine neue Sicht auf scheinbar unlösbare Herausforderungen eingenommen werden kann! Dieses Aufbrechen bestehender Denkrahmen schafft Freiraum für neue Lösungen. Dies stellt oft die größte Hürde in Entwicklungsprozessen dar – erfahrungsgemäß erfordert es mehr Kreativität, die richtigen Fragen zu stellen, als dafür die Antworten zu finden!

 

WOIS – Innovationen gezielt provozieren!

Lesen Sie mehr dazu in unserem neuen Buch „Die Unlogik der Innovation“.

 Matthias Schäfer, MBA, Dipl.-Ing. (FH)

 

 

 

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